Einmal vom Ostseetor Kiel in die Welt der Geysire und Lavafelder: Die Strecke nach Reykjavik verbindet maritimes Flair mit nordischer Natur. Wer Wert auf Raum, Service und durchdachte Details legt, findet auf einer hochwertigen Kreuzfahrt eine entspannte, zugleich inspirierende Art zu reisen. Gerade diese Route besticht durch Vielfalt: ruhige Seetage auf Nord- und Norwegischer See, geschützte Fjorde, kulturelle Stopps auf Inseln zwischen Kontinenten. Der folgende Überblick hilft, Preise einzuordnen, Varianten der Routen zu verstehen und die Buchung sinnvoll vorzubereiten.

Gliederung des Artikels:
– Preise transparent erklärt: Kostenaufbau, Beispiele, Saisoneffekte
– Routen & Häfen: Varianten zwischen Norwegen, Schottland, Shetland, Färöer und Island
– Kabinen & Bordleben: Kategorien, Kulinarik, Wellness und Unterhaltung
– Buchung & Timing: Frühbucher, Nebensaison, Kabinenwahl, Versicherungen
– Fazit & Entscheidungshilfe: Für wen lohnt sich welche Option?

Preise transparent erklärt: Kostenaufbau, Beispiele, Saisoneffekte

Luxus heißt nicht automatisch unüberschaubar teuer – aber es lohnt, den Preisblock zu entwirren. Die Grundrate deckt in der Regel Unterkunft, Vollverpflegung, einen Teil der Bordunterhaltung und ausgewählte Aktivitäten. Hinzu kommen Posten, die je nach Reederei-Philosophie variieren: Serviceentgelte, Getränke außerhalb der Standardauswahl, Internet, Spezialitätenrestaurants, Landausflüge und Transfers. Auch ein Rückflug von Island nach Deutschland ist bei einseitigen Routen einzuplanen. Für die Strecke Kiel–Reykjavik bewegen sich die Basispreise je nach Saison und Kabine häufig in diesen Bereichen:

– Innenkabine: etwa 1.200–2.400 Euro pro Person für 9–12 Nächte, Doppelbelegung
– Außen- oder Meerblickkabine: etwa 1.500–2.900 Euro pro Person
– Balkonkabine: etwa 1.900–3.600 Euro pro Person
– Suite (verschiedene Kategorien): etwa 3.500–8.000 Euro pro Person

Dazu kommen typische Zusatzkosten pro Person: Serviceentgelte von ca. 10–15 Euro pro Nacht, Getränkepakete mit 20–80 Euro pro Tag (je nach Umfang), Internet mit 10–25 Euro pro Tag, Landausflüge mit 80–200 Euro pro Tour. Ein einfacher Rückflug Reykjavik–Deutschland kostet saisonabhängig meist 150–400 Euro, Transfers zwischen Hafen und Flughafen 30–60 Euro.

Die Saison beeinflusst die Reise stark. Hauptmonate sind Juni bis August: wärmeres Wetter, lange Tage, höhere Nachfrage – und entsprechend höhere Tarife. Mai und September gelten vielen als Goldrandzeiten: merklich günstigere Preise, meist ruhiger an Land, dennoch gute Chancen auf klare Sicht und stabile Bedingungen. Wer flexibel reist, vergleicht Abfahrten innerhalb derselben Woche; kleine Verschiebungen senken oft die Gesamtkosten.

Ein praxisnahes Beispiel für zwei Personen in einer Balkonkabine (11 Nächte in der Hochsaison): Grundpreis 5.200 Euro, Serviceentgelte 330 Euro, zwei Ausflüge pro Person 600 Euro, Internetpaket 200 Euro, Rückflug 500 Euro, Transfers 80 Euro. Summe: rund 6.910 Euro. In der Nebensaison kann derselbe Rahmen auf 5.500–6.000 Euro sinken – und wer bei Ausflügen selektiv wählt oder auf Bordinternet verzichtet, spart zusätzlich.

Wichtig für die Kalkulation:
– Rabatte entstehen oft durch Frühbucher- oder Kombiaktionen (z. B. Bordguthaben statt Preisreduktion).
– Einzelkabinenzuschläge variieren stark (25–80 Prozent). Früh anfragen lohnt.
– Familien profitieren teils von Dritt-/Viertbett-Tarifen, aber verfügbare Kabinen sind limitiert.
– Versicherungen (Reiserücktritt/medizinisch) einplanen: 4–8 Prozent der Gesamtreisekosten sind realistisch.

Routen & Häfen: Varianten zwischen Norwegen, Schottland, Shetland, Färöer und Island

Die direkte Distanz Kiel–Reykjavik wirkt auf der Karte überschaubar, doch die Faszination entsteht durch Umwege im besten Sinne. Je nach Fahrplan kombinieren die Schiffe die Ostseeausfahrt über den Skagerrak mit Anläufen an der norwegischen Küste, oder sie kreuzen gen Nordwesten via Schottland, Orkney und Shetland. Alternativ führt der Kurs über die Färöerinseln – geologisch und kulturell ein Brückenschlag zwischen Skandinavien und Island. Die Gesamtdauer liegt typischerweise bei 9–14 Nächten, je nach Zahl der Häfen und Seetage.

Drei gängige Varianten – jeweils mit spezifischem Charakter:

– Norwegen-Fokus: Häufige Stopps in Städten mit Fjordzugang, z. B. malerische Küstenorte, die gute Ausflüge zu Aussichtspunkten, Wasserfällen und Gletscherarmen bieten. Vorteil: geschützte Fahrwasser, eindrucksvolle Küstenkulissen über Stunden. Nachteil: Mehr Hafenstopps bedeuten weniger reine Seetage.
– Inselbogen über Schottland/Shetland/Orkney: Rauere Küsten, uralte Steinkreise, Vogelklippen. Vorteil: Spannende Kulturgeschichte und häufige Sichtungen von Papageitauchern im Sommer. Nachteil: Wetter kann sprunghaft sein; Tenderhäfen sind nicht selten.
– Färöer-Option: Konzentrierte Naturerlebnisse mit grünen Plateaus und steilen Basaltwänden. Vorteil: Kompakte Wege und seltene Eindrücke. Nachteil: Geringere Auswahl an geführten Touren, Plätze oft limitiert.

Die Ansteuerung Islands verteilt sich häufig auf Reykjavik als Ein- oder Ausschiffungshafen und zusätzliche Ziele wie Akureyri im Eyjafjörður, Ísafjörður in den Westfjorden oder Seyðisfjörður im Osten. Wer Geysire und Thermalbäder erleben möchte, findet ab Reykjavik vielfältige Touren zum Geothermalgebiet und zur Blauen Lagune-Alternative in der Umgebung. Im Norden locken Wale im Sommerhalbjahr – Ausfahrten ab Akureyri sind dafür bekannt, gute Chancen zu bieten. Landschaftlich markant sind Fahrten entlang schmaler Fjorde, wo Basaltformationen fast ins Wasser greifen und Nebelschwaden sich an Berghängen verfangen.

Zeitfenster und Lichtstimmung sind ein eigenes Argument: Zwischen späten Mai und Mitte August sind die Nächte kurz, das weiche Dämmerlicht verlängert Fotomomente. Früh- und Spätsaison bieten kontrastreiches Wetter und klare Luft – ideal für Panoramen. Rechnet man mit 1.400–1.700 Seemeilen Gesamtstrecke (je nach Route), ergeben sich zwei bis vier volle Seetage. Diese Passagen sind kein „Leerlauf“, sondern bieten Raum für Vorträge über Vulkanismus, nordische Mythologie oder Meeresbiologie – oft mit Praxisbezug zu den anstehenden Landgängen.

Wer vergleicht, sollte auf folgende Punkte achten:
– Anzahl und Verteilung der Häfen (lange Liegezeiten sind ein Plus).
– Lage der Häfen zur Stadt oder Naturhighlights (Transferdauer).
– Anteil Tender vs. Pier (wichtig bei Mobilität oder Kinderwagen).
– Optionale Scenic Cruising-Passagen, etwa entlang markanter Klippen oder durch enge Fjordarme.

Kabinen & Bordleben: Kategorien, Kulinarik, Wellness und Unterhaltung

Die Wahl der Kabine prägt Stimmung und Wohlgefühl. Innenkabinen sind dunkel und ruhig – ideal, wenn Schlafqualität wichtiger ist als Aussicht, und das Budget fokussiert bleibt. Außen- bzw. Meerblickkabinen bringen Tageslicht ins Spiel und geben ein Gefühl für Wetter und Seegang. Balkonkabinen schaffen privaten Freiraum: Kaffee im Morgenlicht, leiser Wellensound, warmer Mantel über den Schultern, während der Horizont wandert. Suiten schließlich bieten zusätzliche Quadratmeter, teils getrennte Wohnbereiche, priorisierte Ein-/Ausschiffung und oft inkludierte Extras wie Butler-Services oder ein erweitertes Inklusivpaket.

Welche Kategorie passt zu welchem Reisetyp?
– Pragmatiker: Innen oder Außen – gutes Preis-Nutzen-Verhältnis, viel Zeit in öffentlichen Bereichen.
– Genießer: Balkon – Rückzugsort, flexible „eigene Loge“ für Ein- und Ausfahrten, ideale Fotoperspektiven.
– Raumliebhaber: Suite – großzügiges Wohnen, diverse Vorzüge, häufig attraktive Inklusivleistungen.

Das Bordleben auf hochwertigen Schiffen ist entschleunigt und zugleich reichhaltig. Kulinarisch erwartet Gäste eine Mischung aus Hauptrestaurants mit mehrgängigen Menüs und kleineren Spezialitäten-Settings, die regionale Akzente wie Fisch aus nördlichen Gewässern, Krabben oder Lamm aufgreifen. Eine sorgfältige Weinkarte und Tee-/Kaffeeauswahl runden das ab. Wer kulinarisch experimentieren möchte, nutzt Verkostungen oder Kochdemonstrationen, die häufig Bezug zur Route herstellen – etwa zu Meeresfrüchten, nordischen Kräutern oder traditioneller Räucherküche.

Wellness ist mehr als ein Spa mit Meerblick. Viele Schiffe integrieren Saunen mit Panoramafenstern, beheizte Außenpools oder Ruhezonen mit Decken und Wärmeliegen – perfekt nach windigen Ausfahrten. Fitnessräume, Kurse mit sanften Dehnungen und geführte Atemsessions stärken das Wohlbefinden an Seetagen. Unterhaltungsformate sind tendenziell niveauvoll: Akustiksets im Lounge-Bereich, kleine Ensembles, Vorträge von Lektoren zu Geologie, Geschichte und Tierwelt. Abends entsteht eine leise Eleganz, die Raum lässt, den Tag nachklingen zu lassen, statt ihn zu übertönen.

Nützlich zu wissen:
– Lärmquellen meiden: Kabinen nahe Aufzügen, Treppenhäusern, Anker- oder Maschinenbereichen sind potenziell unruhiger.
– Seegangsempfindlichkeit: Mittschiffs und auf niedrigeren Decks wird Bewegung meist geringer wahrgenommen.
– Klima: Ein Balkon ist in nördlichen Breiten überraschend oft nutzbar; mit Windschutz und Decke bleibt es gemütlich.
– Inklusivleistungen prüfen: Manche Tarife enthalten bereits Serviceentgelte, Getränkepakete oder Internet in definiertem Umfang.

Buchung & Timing: Frühbucher, Nebensaison, Kabinenwahl, Versicherungen

Die Planung ist halbe Reisefreude – und spart häufig bares Geld. Für diese Route gilt: 8–12 Monate Vorlauf sind sinnvoll, weil begehrte Kabinenkategorien (Balkon, bestimmte Suiten) und gute Lagen rasch weg sind. Wer auf Angebote zielt, behält die Nebensaison im Blick (Mai, September) und richtet Preisalarme ein. Kurzfristig sind attraktive Tarife möglich, doch die Flugpreise nach/von Island ziehen in der Spitze kräftig an – das frisst den Vorteil. Deshalb lohnt es, die Gesamtrechnung aus Kreuzfahrt, Flug, Transfers und Ausflügen zu betrachten.

Bei der Kabinenwahl helfen drei Fragen: Wie wichtig ist Ruhe? Wie viel Zeit verbringe ich im Privatbereich? Welche Aussicht wünsche ich mir für Ein- und Ausfahrten? Wer früh bucht, sichert sich Kabinen mit überdachten Balkonen oder windgeschützten Nischen – ein Plus im Nordatlantik. Einzelreisende fragen gezielt nach Kabinen mit reduziertem Zuschlag, da Kontingente begrenzt sind. Familien mit Kindern prüfen Belegungsregeln und Mindestalter für bestimmte Bereiche (Pools, Spa) sowie Rettungsbootzuweisungen für Kabinendecks.

Für die Terminwahl sind Wetterfenster entscheidend. Im Hochsommer sind die Tage lang, in der Nebensaison wirkt das Licht kontrastreicher und die Preise fallen teils spürbar. Wer empfindlich auf Bewegung reagiert, meidet stürmische Übergangswochen im späten Herbst; die hier beschriebene Saison endet in der Regel aber ohnehin früher. Außerdem hilfreich:
– Liegezeiten vergleichen: Längere Aufenthalte bedeuten entspannteres Entdecken.
– Tenderhäfen einkalkulieren: Zeitpuffer für Boote berücksichtigen, besonders bei privaten Ausflügen.
– Bordguthaben vs. Preisnachlass abwägen: Guthaben rechnet sich, wenn Extras fix geplant sind.

Ohne Papierkram geht es nicht ganz: Reiserücktritt- und Auslandskrankenversicherung schützen vor Unwägbarkeiten; insbesondere medizinische Absicherung in Ländern mit höheren Behandlungskosten ist wichtig. Flex-Raten mit moderaten Stornofristen geben Planungsspielraum. Wer Flüge separat bucht, achtet auf ausreichenden Puffer bei der Anreise nach Kiel (am besten Vortag) und plant den Rückflug aus Reykjavik erst einige Stunden nach der geplanten Ausschiffung – Verzögerungen sind auf See nie ganz ausgeschlossen. Ein letztes Detail mit Wirkung: Transfers vorab sichern, denn in Spitzenzeiten sind Taxis und Shuttlebusse stark nachgefragt.

Fazit & Entscheidungshilfe: Für wen lohnt sich welche Option?

Die Luxus-Kreuzfahrt von Kiel nach Reykjavik ist ein Reiseformat für Genießer, die sich Zeit für Übergänge nehmen. Statt vom Gate direkt ins Hotel zu wechseln, entfaltet sich die Reise wie ein Film in Kapiteln: Morgendunst über Fjorden, Mittagslicht über Klippen, Abendstille auf dem Ozean. Wer Wert auf Ruhe, großzügige Servicekonzepte und gut kuratierte Landausflüge legt, findet hier eines der stimmigsten Nordmeer-Erlebnisse. Gleichzeitig bleibt die Reise modular: Routen lassen sich nach kulturellem Fokus (Schottland/Shetland), Naturdichte (Färöer) oder Fjordlandschaften (Norwegen) gewichten.

Für Preisbewusste ist die Nebensaison der Schlüssel. Ein Balkon in Mai oder September kostet oft weniger als ein Meerblick im Juli. Familien profitieren von frühzeitiger Planung, da geeignete Vierer-Kabinen begrenzt sind und Ausflüge mit kindertauglicher Dauer schnell ausgebucht sein können. Solo-Reisende sichern sich mit rechtzeitigem Blick auf reduzierte Zuschläge attraktive Kabinen, während Paare mit Flexibilität bei den Abfahrtstagen erstaunliche Spielräume entdecken.

Praktisch bleibt: Ein klarer Budgetrahmen, selektive Ausflüge mit Fokus auf Qualität statt Quantität und realistische Erwartungen an Wetter und Seegang. Die Route belohnt mit intensiven Momenten – nicht durch Hast, sondern durch bewusste Pausen. Wer Seetage als Teil des Ziels versteht, wird an Bord ebenso viel entdecken wie an Land: Vorträge, Kulinarik mit regionalen Akzenten, stille Decks, die zum Lesen und Schauen einladen. So entsteht eine Reise, die in Erinnerung bleibt, weil sie den Norden nicht „abhakt“, sondern atmen lässt. Und genau das macht die Entscheidung leicht: Wer Komfort und Weitsicht verbinden möchte, liegt mit dieser Verbindung zwischen Kiel und Reykjavik ausgesprochen richtig.